Kehrig summt

 

Streuobstwiese am Siegenpfad

Streuobsrwiese

Die „Heuernte“ an der Streuobstwiese ist für’s erste beendet.

Um eine artenreiche Wildblumenwiese zu erhalten, ist es zwingend notwendig, außer dem Verwenden des passenden, heimischen Saatguts, die Wiese extensiv zu mähen. In der Regel wird zu selten, zu oft oder zu spät gemäht. Am artenreichsten bleiben Wiesen durch eine 1-3 malige Mahd pro Jahr. Werden sie seltener gemäht, geht Vielfalt ebenso verloren wie durch Düngung und höhere Schnitthäufigkeit. Wiesen mit ursprünglich 40-50 Arten können dann innerhalb weniger Jahre auf nur noch 10-20 Arten reduziert werden. Die Häufigkeit und der Zeitpunkt der Mahd (oder Beweidung) beeinflussen die Zahl und Zusammensetzung der Wiesenarten.

Abschnittsweises Mähen in der Fläche sorgt dafür, dass die Tierwelt der Wiese nicht auf einen Schlag Nahrungsgrundlage und Lebensraum verliert. Bleibt das Mahdgut zudem noch einige Tage zum Trocknen auf der Fläche, wie beim Heu machen, können mehr Samen ausfallen und die tierischen Wiesenbesucher (Falter, Bienen und allerlei andere Insekten) in die noch ungemähten Flächen übersiedeln. Wer artenreiches Grünland erhalten will, sollte nicht nur auf Schnittzeitpunkt und Schnitthäufigkeit achten, sondern auch eine naturverträgliche Mähtechnik wie das Sensen oder das Schneiden mit einem Balkenmäher einsetzen. Um die Kosten der Mähgutentsorgung zu sparen, wird auf vielen Wiesen leider nicht mehr gemäht, sondern gemulcht. Der Aufwuchs wird gehäckselt und wieder auf der Fläche verstreut. Durch das zusätzliche Nährstoffangebot, wird den Pflanzenarten, die auf nährstoffarme Böden spezialisiert sind, die Grundlage entzogen und die Pflanzen verschwinden. Noch gravierender sind die Schäden dieser Pflegetechnik für Insekten und kleine Wirbeltiere. Untersuchungen haben gezeigt, dass der traditionelle Doppelmesser-Mähbalken am besten für die Pflege der Wildblumenwiesen geeignet ist, da er die geringsten Schäden verursacht. (Quelle: https://www.rieger-hofmann.de/alles-ueber-rieger-hofmann/wissen/nutzung-pflege/maehtechnik.html)

Die Streuobstwiese am Siegenpfad haben wir mit „Kehrig summt“ abschnittsweise mit einem Balkenmäher gemäht. Nach ein paar Tagen wurde der Grünschnitt dann mit Unterstützung vieler freiwilligen Helfer eingesammelt, abgeräumt und nachhaltig entsorgt. Allen Helfern dafür ein ganz herzliches Dankeschön! Die Entwicklung der Artenvielfalt werden wir auf dieser Wiese in nächster Zeit genau beobachten und die Mähfrequenz entsprechend anpassen. Wir freuen uns auf viele interessante Beobachtungen in den nächsten Jahren und weitere Naturliebhaber, die uns bei unseren Projekten unterstützen.