Baugebiet soll „junges Blut“ nach Kehrig locken


Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell
Ortsgemeinderat bringt den Haushalt 2021 auf den Weg – Gemeinde will für 400 000 Euro Grundstücke für Wohnhäuser ankaufen
Kehrig. In seiner zweiten Sitzung des Jahres hat der Ortsgemeinderat Kehrig am Dienstag einstimmig den Haushalt 2021 beschlossen. Wichtig ist es der Ortsgemeinde, den Kindergarten und auch die Grundschule zu erhalten und durch die Schaffung eines neuen Baugebiets „junges Blut“ in den Ort zu locken. „Wenn wir alle Projekte durchziehen, dann müssen wir zur Finanzierung von Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen einen verzinsten Kredit in Höhe von 782 400 Euro aufnehmen. Wir versuchen, wirtschaftlich zu handeln“, betont Ortschef Stefan Ostrominski und ergänzt: „Wir haben am Jahresende voraussichtlich 430 210 Euro auf der hohen Kante.“
1 Was sind die größten Investitionen, die in Kehrig geplant sind? Als größten Posten nennt Ostrominski den Ankauf von unbebauten Grundstücken im Bebauungsplangebiet „Ober dem Pörschpesch“ und für das noch zu erschließende Baugebiet „Vor dem Dorf“. Hierfür sind 400 000 Euro im Haushaltsplan eingestellt. Die Fertigstellung der Straßenplanung und Herstellung einer Baustraße im Bebauungsplangebiet „Erweiterung Ober dem Pörschpesch“ soll 120 000 Euro kosten. Durch den Verkauf der Bauplätze könne die Baustraße refinanziert werden. 400 000 Euro sind für die Sanierung des Grundschulgebäudes vorgesehen, weitere 15 000 Euro für die Erneuerung der Einbauküche in der Kita. Darüber hinaus wurde ein Anlaufbetrag für die Erweiterung der Kita in Höhe von 50 000 Euro im Haushalt berücksichtigt. Für die Straßenplanung und Baugrunduntersuchung zur Erschließung des Baugebiets „Vor dem Dorf“ sind 20 000 Euro eingeplant, und für die Anschaffung einer Beschallungsanlage für die Elztalhalle 8000 Euro.
2 Gibt es Veränderungen bei Steuern, Gebühren und Abgaben, und was heißt das konkret für die Bürger? „Es wird keine Veränderungen geben“, versichert der Ortschef. Die Steuerhebesätze bleiben für das Haushaltsjahr 2021 unverändert: Bei der Grundsteuer A werden 300 Prozent erhoben, bei der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer 365 Prozent. Die Hundesteuer beträgt für Hunde, die innerhalb des Gemeindegebietes gehalten werden, 24,60 Euro, für den zweiten Hund 37,20 Euro und jeden weiteren 49,20 Euro. Die Ortsgemeinde geht davon aus, dass sie 126 000 Euro an Grundsteuer einnehmen wird. Die Gewerbesteuer ist nach vorliegenden Vorauszahlungsbescheiden mit 200 000 Euro nachgewiesen.
Schlüsselzuweisungen A erhält die Vordereifelgemeinde aufgrund ihrer eigenen Steuerkraft im laufenden Kalenderjahr nicht. An Umlagen (Kreis-, Verbandsgemeinde- und Gewerbesteuerumlage) sind insgesamt 1 002 500 Euro abzuführen.
3 Wie entwickelt sich die Schuldensituation? „Wir haben faktisch keine neuen Kredite aufgenommen, insofern haben wir im Moment 430 210 Euro liquide Mittel.“
4 Was sagt der Ortschef? Stefan Ostrominski ist sichtlich zufrieden: „Der Haushalt ist ein absolutes fraktionsübergreifendes Gemeinschaftswerk. Die Zusammenarbeit ist sehr gut, hoffentlich bleibt es so wie bisher.“
5 Wofür ist im kommenden Jahr leider kein Geld (mehr) vorhanden? Das direkt an die Grundschule angeschlossene Mietshaus in der Polcher Straße mit drei Mietparteien und einem großen Speicher ist äußerst renovierungsbedürftig. Die Wohnungen seien zwar so weit in Schuss. „Doch wenn wir das Haus energetisch auf den neuesten Stand bringen und barrierefrei gestalten wollten, müssten wir etwa eine Million in die Hand nehmen. Natürlich könnten wir es nie refinanziert bekommen. Es ist schade: Weil wir finanziell relativ gut dastehen, bekommen wir auch keine Schlüsselzuweisungen.“ Mit Blick auf die Kita sagt Ostrominski: „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in die Kita investiert. Doch bedingt durch das neu in Kraft getretene Kindertagesstättengesetz werden wir gezwungen, die Einrichtung zu erweitern, also um ein Stockwerk aufzustocken.“ Diese Baumaßnahme schlage in diesem und im nächsten Jahr mit 400 000 Euro zu Buche. „Das Geld wird an anderer Stelle für Projekte, die wir vielleicht vorgezogen hätten, fehlen. Da lässt uns das Land ja keine andere Wahl.“