Michael Wölm will unentgeltlich für ältere oder kranke Menschen einkaufen gehen 

 

 

Kehrig/Mayen. Vielfältige Absagen von Veranstaltungen, aber auch andere Maßnahmen verdeutlichen die Verschärfung der Lage im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus. Die Corona-Pandemie schränkt zunehmend den Alltag, insbesondere auch für gefährdete Gruppen wie Senioren oder immungeschwächte Menschen, ein. „Alltägliche Situationen sind für Senioren mit einem Ansteckungsrisiko verbunden“, sagt Michael Wölm. „Sie sollen möglichst nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und größere Menschenansammlungen meiden. Diese Menschen brauchen unbedingt Unterstützung“, erklärt der gebürtige Mayener.
In den sozialen Netzwerken hat der 29-Jährige jetzt seine Hilfe angeboten. „Wenn einer von euch eine Lungenkrankheit hat oder über 65 Jahren ist, biete ich gern an, die ein oder andere wichtige Sache aus dem Supermarkt für die Person zu besorgen. Wenn du also etwa älter oder krank bist und keine Möglichkeit hast, deinen Wochenendeinkauf selbstständig zu übernehmen, kannst du dich gern bei mir melden“, ist dort zu lesen. Er komme aus Mayen, schreibt Wölm, und er habe einen fahrbaren Untersatz. „Allerdings sollten es keine drei Einkaufswagen voll sein, da ich nur ein kleines Auto habe. Ich habe Zeit und helfe gern, so hat man mir das beigebracht.“ Sein Vater habe immer gesagt: „Gehe immer mit deinen Mitmenschen um, wie du auch selbst behandelt werden möchtest“. Natürlich verlange er kein Geld dafür: „Nur den Einkaufswert. Den Kassenzettel bekommst du auch.“ Sein Beitrag sei mehr als 250-mal geteilt worden, berichtet Michael Wölm. Und auch die Mund-zu-Mund-Propaganda sei enorm gewesen. „Doch es hat anscheinend niemand meine Hilfe benötigt.“ Gefreut hat sich der Büroangestellte eines Mayener Unternehmens über das positive Feedback. „Viele wollten mich unterstützen und eine andere Gegend einkaufsmäßig abdecken. Jemand anderes wollte mir 50 Euro Spritgeld geben, wenn ich für hilfsbedürftige Menschen einkaufen fahre. Es war schön zu erfahren, wie auch andere Menschen ihre Solidarität bekunden.“ Bislang war der aktive Fußballspieler des TuS Hausen ehrenamtlich noch nicht tätig.
Doch was hat den ledigen jungen Mann aus Kehrig nun zu seinem Aufruf bewogen? „Mein Vater ist vor fünf Jahren an einer Lungenerkrankung verstorben. Für Lungenkranke, für Menschen mit Sauerstoffgerät oder auch für angeschlagene Krebspatienten könnte das Coronavirus das Todesurteil bedeuten“, sagt Michael Wölm.
Wer die Hilfe von Michael Wölm in Anspruch nehmen möchte, kann ihn per E-Mail an michael- woelm@web.de erreichen.
„Ich könnte abends ab 18 Uhr Einkäufe erledigen.“
Michael Wölm
Hilfe für Risikogruppen in der Region Mayen und Andernach
Die Stadt Mayen wird in Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen hilfsbedürftige Personen unterstützen, die weder in ihrem familiären Umfeld noch in der Nachbarschaft die notwendige Unterstützung erhalten können. Hilfsbedürftige können sich ab sofort unter Telefon 02651/881 005 melden. Die VG Mendig wird, mit Unterstützung vieler freiwilliger Helfer, den Wocheneinkauf in den örtlichen Supermärkten für Bürger organisieren, die zur Risikogruppe gehören. Alle infrage kommenden Personen erhalten in den nächsten Tagen ein Schreiben. Auch die Junge Union Mayen bietet Hilfe für Personen aus Risikogruppen an. Als Koordinierungsmedium nutzt sie hierzu die Internet-Plattform www.die-einkaufshelden.de. Hier können sich Hilfesuchende genauso wie Unterstützer registrieren. Infos: Tel. 0160/ 911 919 15, E-Mail einkaufsheldenmayen@mail.com. Grundsätzlich gilt: Der Kontakt zu dem Hilfesuchenden soll so gering wie möglich gehalten werden. Klare Absprachen im Vorfeld zur Übergabe des Einkaufs beziehungsweise des Geldes sind unabdingbar.
In Andernach bietet die städtische Freiwillige Feuerwehr Andernach Hilfe an, insbesondere, wenn es um die Besorgung von Dingen des täglichen Bedarfs geht. Infos/Kontakt: Telefon 02632/922 222, E-Mail feuerwehr@andernach.de