Elztalradweg nimmt jetzt wichtige Hürde

 

Tourismus Lückenschluss in der VG Vordereifel kommt nach zähen Verhandlungen in Sicht

Von unserem Chefreporter Thomas Brost

Vordereifel. Die Geschichte ist dermaßen alt, da „hieß unsere Verbandsgemeinde noch Mayen-Land“, wie SPD-Fraktionschef Herbert Keifenheim süffisant bemerkte. Jetzt kommt etwas ins Rollen, der Elztalradweg hat eine weitere Hürde genommen. Der Verbandsgemeinderat hat jedenfalls grünes Licht gegeben, damit der Lückenschluss zwischen Monreal und Oberelz (Vulkaneifelkreis) verwirklicht wird.

Nach langen Gesprächen mit Fachbehörden zeigt sich Bürgermeister Alfred Schomisch zufrieden, denn „endlich haben wir eine Streckenführung, die alle Beteiligten jetzt mittragen werden“. Die gesamte Maßnahme soll 1,73 Millionen Euro kosten, davon könnte es eine Förderung in Höhe von 1,37 Millionen Euro geben. Die Gemeinden Ditscheid, Anschau, Bermel, Weiler und Monreal sollen nach dem Ratsbeschluss die Unterhaltungskosten des künftigen Radweges tragen. Dazu müssen Vereinbarungen getroffen werden. Dem Wunsch, die Enden in Oberelz und Monreal zu verbinden, werde jetzt Rechnung getragen. Damit werde die VG an das Netz überregionaler Radwege angeschlossen.

Michael Augel ist in der Verwaltung federführend für das Projekt mit der „ellenlangen Historie“ zuständig. Er skizzierte, wie der Verlauf des Radweges sein wird. Gestartet wird demnach vom Monrealer Sportplatz aus, dann geht es über Feldwege zur ersten Querung der Elz in Richtung Niederelz. Die sei nötig, weil auf der bergseitigen Passage ein Rutschhang ist. Von dort geht es über Nieder-elz, die Teichanlage Anschau bis zur Kläranlage im Mimbachtal. Ein Wirtschaftsweg führt zur Unterführung an der Landesstraße 96, ehe ein Talweg, teilweise auf dem Niveau der Landesstraße, ins Ziel bei Oberelz mündet. Der Radweg wird mit einem frostsicheren, 40 Zentimeter mächtigen Aufbau versehen.

Michael Augel lobte die Vorleistungen der Gemeinde Monreal, die bereits 140 Meter Radweg innerorts auf eigene Kosten realisiert hat. SPD-Fraktionssprecher Herbert Keifenheim regte an zu überlegen, wie diese Vorleistung vonseiten Monreals angerechnet werden könne. Auf jeden Fall seien die 360 000 Euro, die die VG zu zahlen hat, gut angelegtes Geld. „Der Tourismus entwickelt sich in diesem Sektor.“ Keifenheim plädierte dafür, zu einem späteren Zeitpunkt einen Radweg über Kehrig ins Maifeld umzusetzen.

An den „schwierigen Prozess mit den Fachbehörden“ erinnerte der CDU-Fraktionsvorsitzende Richard Heinz. Sie hätten für eine Verzögerung gesorgt, nicht die VG-Verwaltung. „Jetzt kommt Land in Sicht“, sagte Heinz. Er halte auch die sechsstellige Kostenbeteiligung der VG für gerechtfertigt, weil der Radweg „von überregionaler Bedeutung ist“.

Kontra von den Grünen: Ihr Sprecher Martin Schmitt hielt das Projekt für zu teuer. „1,7 Millionen Euro sind mir definitiv zu viel“, sagte er. Er plädierte für eine Bitumendecke, aus praktischen Gründen. „Was passiert nämlich, wenn ein 40-Tonnen-Schlepper über den Weg fährt?“ Dem Wunsch nach einer Bitumendecke erteilte Bürgermeister Schomisch gleich eine Abfuhr. „Das ist nicht möglich.“ Und Herbert Keifenheim ergänzte: „Das Projekt würde sich erheblich verteuern.“ Richard Heinz erwiderte den Grünen: „Was wir dort vorhaben, ist wirklich kein Luxus.“

Wolfgang Probst (FDP) ist sich sicher, dass sich das gute Angebot für Radfahrer herumsprechen wird und viele Radler in die Region kommen werden. Das kurbele den Tourismus an. „So kommt das Geld, das wir anlegen, unseren eigenen Bürgern zugute.“