Kehrig summt ganz vorn mit

Preisverleihung Mit naturnaher Umgestaltung am Bürgerhaus ersten Platz bei bundesweitem Wettbewerb gemacht

 

Von unserer Redakteurin Mira Müller

Kehrig. Deutschland summt! Und Kehrig summt ganz vorn mit. Mit der Umgestaltungs- und Pflanzaktion vor dem Kehriger Bürgerhaus hat Iris Fuhrmann mit ihrer Truppe aus Helfern eine Oase für Wildbienen und Insekten geschaffen und bei dem bundesweiten Pflanzwettbewerb der Initiative „Deutschland summt!“ der Stiftung Mensch und Umwelt den ersten Preis in der Kategorie Kommunale Flächen gewonnen.

Dafür spuckten viele fleißige Helfer in die Hände: Das unkrautbelastete Erdreich wurde gegen neuen, sogenannten mageren Boden ausgetauscht. „Auf magerem Boden wachsen 1200 verschiedenen Blumen“, berichtet Initiatorin Iris Fuhrmann im Gespräch mit unserer Zeitung. „Auf fettem Boden wachsen lange nicht so viele verschiedene Pflanzen und nicht das, was Wildbienen brauchen.“ Viele nützliche Tipps und Ideen für ein Konzept hat sie sich bei dem Verein für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung geholt. Neben der Wildblumenwiese wurde auf dem Gelände auch eine Trockenmauer und eine Nisthilfe gebaut (Fotos vom Fortgang der Arbeiten gibt es auf der Internetseite www.wir-tun-was- fuer-bienen.de).

Was die Gruppe um Iris Fuhrmann für die Artenvielfalt in Kehrig geleistet hat, gefiel der Jury. Sie vergab an dieses Projekt den mit 400 Euro dotierten ersten Preis in der Kategorie Kommunale Flächen, den Iris Fuhrmann am heutigen Samstag bei der Preisverleihung in Berlin entgegennehmen darf. Insgesamt hatten 276 Gruppen an dem Wettbewerb teilgenommen, im Bereich Kommunale Flächen, Parks, Baumscheiben setzte sich die Gruppe um Iris Fuhrmann gegen 35 „Konkurrenten“ durch.

Doch nun wollen sie sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen. 200 Blumenzwiebeln wurden in dieser Woche noch auf dem Gelände gesteckt. „Die blühen dann im Januar und Februar, das ist vor allem für die frühen Insekten ganz wichtig“, erläutert Iris Fuhrmann. Auf dem Gelände soll außerdem noch ein Blumenschotterrasen ausgesät werden. Und die Liste mit Ideen für weitere Projekte in Kehrig ist schon gut gefüllt: Die Streuobstwiese soll zu einer naturnahen Magerwiese umgestaltet werden, ebenso Verkehrsinseln und weitere Flächen, wie Fuhrmann berichtet. Bislang kam die Ortsgemeinde für die Kosten auf. Nun soll natürlich das Preisgeld investiert werden, und Iris Fuhrmann und ihre Mitstreiter überlegen, wie sie Sponsoren für die Projekte gewinnen kann.

Doch nicht nur im Großen kann man etwas für die Insekten machen. „Wenn jeder in seinem Garten ein Eckchen verwildern lässt und vielleicht ein paar Brennnesseln stehen lässt, dann ist schon viel getan“, weiß Fuhrmann. Und noch einen Tipp hat sie für Bienenfreunde: „Verblühte Blüten und Pflanzenhalme nicht abschneiden, sondern einfach stehen lassen. Denn das ist sehr wichtig für den Nachwuchs von Bienen und Schmetterlingen, die ihre Larven dort setzen und die dort überwintern.“

Die naturnah gestaltete Blumenwiese vor dem Kehriger Bürgerhaus ist ein Eldorado für Wildbienen und Insekten. Und sie ist ein Vorzeigeprojekt, sogar bundesweit. Foto: Anna Fuhrmann/privat