Was die Schützen mit der Autobahn zu tun haben

 

Schießsport Kehriger Verein wird 50 Jahre: Zwei Männer der ersten Stunde erinnern sich

 

Kehrig. Günter Poss und Josef Fuhrmann sind zwei Männer der ersten Stunde. Sie waren dabei, als die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Kehrig vor 50 Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Die immer noch aktiven Schützen und langjährigen Vorstandsmitglieder erinnern sich gut, wie es dazu gekommen ist, und wissen so manche Anekdote zu berichten – zum Beispiel was der Verein mit der nahe gelegenen Autobahn zu tun hat.

Es waren sieben Männer, als am 12. November 1968 die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Kehrig gegründet wurde, erzählen die beiden. Nur einen Monat nach der Gründung fand eine Mitgliederversammlung statt. 30 Männer und Jugendliche traten dem Verein bei. Als Präses fungierte Pfarrer Josef Bidgenbach. „Auf Antrag der Bruderschaft wurden wir als dreizehntes Mitglied des Schützenbund Bezirksverband Maifeld vorbehaltlos aufgenommen“, erinnern sich die beiden 80-Jährigen. Umgehend ist im Saale Martini-Pörsch ein Luftgewehrstand errichtet worden, ehe im März 1969 mit dem Bau der Schützenhalle rund zwei Kilometer außerhalb des Dorfes begonnen wurde. Sie bestand zunächst aus einem einseitig überdachten Schießstand. „Ich erinnere mich noch genau, als ich mit Alois May, unserem Altbürgermeister, an einem Sonntagmorgen im März 1969 Ausschau nach einem geeigneten Gelände gehalten habe“, sagt Fuhrmann. Die beiden wurden fündig: Die Ortsgemeinde erwarb seinerzeit für 30 Pfennig pro Quadratmeter zwei Waldgrundstücke. „Montagsmorgens haben wir, ohne eine Baugenehmigung einzuholen, mit dem Bau begonnen.“ Bereits im August desselben Jahres fand auf der eigenen Anlage das erste Schützenfest statt. Und nach der Anschaffung einer Vereinsfahne wurde die Bruderschaft 1971 erstmalig mit der Durchführung des Bezirksbundesfestes beauftragt.

Die Schützenhalle wurde mehrfach erweitert. „Uns kam der Bau der A 48 zugute. Wenn der Beton von den Bauarbeitern bis zum Feierabend nicht komplett verschafft werden konnte, dann bekamen wir den“, erzählen Poss und Fuhrmann. Die beiden erwiesen sich auch in Folge bei der Beschaffung von gebrauchtem Mobiliar als Talente. Den Anschluss an das öffentliche Wasser- und Stromnetz verdanken die Kehriger Schützen dem Bau der Rastanlage Elztal.

1998 wurde mit dem Neubau des Schützenheims begonnen. Es wurde ein Jahr später ausschließlich in Eigenleistung und mit gebrauchten Einrichtungsgegenständen fertiggestellt. Es beheimatet einen neuen Luftgewehrschießstand, eine neue Küche, neue Toilettenanlagen und einen Gastraum. In den Jahren 2003 bis 2004 folgte das vermutlich größte und teuerste Bauprojekt: der Umbau, die Erneuerung und Modernisierung der Schützenhalle und des Schießstandes einschließlich elektronischem Adlerschießen. Außerdem wurde die Hoffläche befestigt.

Aktuell zählt die Bruderschaft 108 Mitglieder, davon 52 Aktive und 20 Schüler- und Jungschützen. Der amtierende Brudermeister ist Frank Emmerich. Aus eigenen Reihen gingen bisher 50 Schützen- und Scheibenkönige, 33 Schützenköniginnen aus der Zeit, als die Schützenfrauen noch Nichtmitglieder waren, 50 Jung- und Jungschützenprinzen, eine Bambiniprinzessin, sieben Bezirksjungschützenprinzen, sieben Bezirkskönige, eine frisch gekrönte Diözesanbambiniprinzessin sowie Bundeskönig Fritz Mohr, hervor.

Die Kehriger Schützen wurden für ihr Engagement mehrfach ausgezeichnet. 2000 sicherten sie sich für den Neubau des Schützenheims den ersten Preis beim Kreiswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Zudem wurde der Verein im Jahr 2005 mit dem ersten Preis im Rahmen des Kreiswettbewerbes für die Modernisierung des Schießstandes ausgezeichnet, berichtet Brudermeister Emmerich. An zwölf Ständen kann das elektronische Adlerschießen auf den Monitoren beobachtet werden.

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Günter Poss (links) und Josef Fuhrmann (rechts) freuen sich mit Brudermeister Frank Emmerich auf das bevorstehende Jubiläumsfest. Die Gründungsmitglieder wissen so manche interessante Anekdote aus den Anfängen des Vereins zu berichten.Foto: Elvira Bell