Pilgern den richtigen Weg gewiesen

Glaube Wie eine Gruppe aus Kehrig und Umgebung beim Aufbau einer neuen Route half

 

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

 

Vordereifel/Region. Der Schönstatt-Pilgerweg (SP 5) von Trier nach Vallendar hat kürzlich seine offizielle Premiere gefeiert. Für Diakon Winfried Stadtfeld ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. „In diesem Jahr habe ich mit einer kleinen Pilgergruppe die erste offizielle Fußwallfahrt von Trier nach Schönstatt zum Urheiligtum unternommen und somit den Weg seiner Bestimmung übergeben“, sagt er. Einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass die Gläubigen Orientierung finden, haben sechs Männer aus Kehrig und Alzheim.

Der von Stadtfeld in diesem und vergangenen Jahr angelegte 182 Kilometer lange SP 5 beginnt in Trier am Schönstatt-Heiligtum. Der Pilgerweg berührt zunächst in der Domstadt die Benediktinerabtei St. Matthias, die Liebfrauenkirche und die älteste Bischofskirche Deutschlands, ehe die Wallfahrtskirchen von Klausen, Driesch und Maria Martental die Strecke säumen und die Route schließlich in Vallendar-Schönstatt, dem spirituellen Zentrum der internationalen Schönstattfamilie, endet.

Die fünftägige Wallfahrt war unter das Motto „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes erhalten“ gestellt. „Wir waren schweigend, betend, meditierend, im Gespräch zum Tagesthema täglich bis zu 30 Kilometer unterwegs. Den Abend verbrachten wir in froher, entspannter Unterhaltung“, berichtet der 71-jährige Diakon im Ruhestand. Jeder Tag war unter ein Thema gestellt. Nur die letzten der insgesamt 182 Kilometer hat die kleine Gruppe vom Schönstatt-Heiligtum in Koblenz-Metternich bis zum Urheiligtum mit dem Bus zurückgelegt. In Vallendar feierte die Gruppe mit dem Wallfahrtsleiter Pater Lothar Herter das heilige Messopfer. Als zuständiger Leiter des Pilgerwegprojekts ist Herder weiterhin geistlicher Begleiter der Schönstattpilger. Auch künftig soll nach dem Willen von Winfried Stadtfeld diese Wallfahrt jährlich stattfinden. Wie beim ersten Mal soll diese auf wenige Pilger beschränkt sein. „Große Wallfahrten mit vielen Teilnehmern haben sicher ihren Sinn und ihre Berechtigung, aber ich möchte Menschen, die auf der Suche nach Gottbegegnung sind, Gelegenheit dazu bieten. Dies ist in einer kleinen Gruppe eher gegeben.“ Stadtfelds Weggefährten auf der ersten offiziellen Wallfahrt waren berührt und begeistert. Sie sprachen ihm ihr Lob aus.

Angetan von dem SP 5 sind auch Paul Martini aus Alzheim sowie Hermann Mai, Karl Müller, Werner Fuhrmann, Herbert Pörsch und Klaus Diewald aus Kehrig. Die ehrenamtlichen Helfer haben den Pilgerweg mit dem Logo einer stilisierten Schönstatt-Kapelle auf blauem Grund ausgeschildert. Sie haben den Weg zwei Mal unter die Füße genommen, erzählen May, Pörsch und Diewald. Zuerst wurden die rund 800 kleinen Schilder angebracht. „Später haben wir noch einmal alles kontrolliert.“

Bundesweit wurden in den vergangenen drei Jahren Schönstatt-Pilgerwege angelegt. „Der Weg 5 soll nach Lebach ins Saarland fortgeführt werden“, sagt Stadtfeld. Darüber hinaus wurden bereits die Wegstrecken Fulda–Schönstatt, Maria Laach–Schönstatt, Betzdorf–Marienstatt–Schönstatt und Bad Ems–Schönstatt erschlossen. Ob Schönstatt von dem neu aufkommenden Pilgerboom partizipieren wird? „Ja und nein“, sagt Stadtfeld. „Schönstatt möchte den Menschen helfen, Heimat und hier besonders Gott zu finden. Pilgern ist ein Unterwegssein, die meditative Ruhe des Gehens ermöglicht es, das Vergangene und das Fremde im eigenen Innern anzuschauen. Ein Pilgerweg kann zum Leben befreien.“

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Pilgern bedeutet ein Unterwegssein in der Fremde, zur Ruhe zu kommen und in sich zu gehen. All das kann man auf den fünf Teilabschnitten der Route, die auch durch unsere Region führt. Anteil daran hatten neben Diakon Winfried Stadtfeld unter anderem Hermann Mai, Herbert Pörsch und Klaus Diewald von der Beschilderungsgruppe Alzheim/Kehrig.Foto: Elvira Bell