Kommt zweite Solaranlage nach Kehrig?

Energie Idee wirft bei Verbandsgemeinde Vordereifel einige Fragen auf

 

Von unserer Redakteurin Anne Fuhrmann

 

Vordereifel. Wird am Abwasserpumpwerk Kehrig eine weitere Fotovoltaikanlage gebaut? Diese Frage wurde im Verbandsgemeinderat Vordereifel thematisiert. Doch die Entscheidung ist nicht so leicht.

Mit dem Rückbau der dortigen Kläranlage und dem Neubau des Pumpwerks ist in Kehrig auch eine rund 315 Quadratmeter große Dachflächenanlage entstanden, um den dortigen Strombedarf zu decken. Die Solarmodule sind seit Februar 2016 in Betrieb. „Probleme hat es bis heute an der Anlage nicht gegeben“, heißt es seitens der Verwaltung. Bürgermeister Alfred Schomisch sprach in der jüngsten Sitzung des Gremiums sogar von einer positiven Entwicklung. Nach Angaben der Verwaltung wurden in den ersten zwei Jahren des Betriebs insgesamt 107 900 Kilowattstunden erzeugt und eine CO2-Einsparung von 75,537 Tonnen erzielt. „Dies kann sich durchaus sehen lassen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Wie der Bürgermeister informierte, lag die Eigennutzung im vergangenen Jahr bei rund 50 Prozent. Der restliche Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die Nutzungsquote ließe sich nach den Worten von Schomisch auf bestenfalls 100 Prozent erhöhen, wenn es möglich wäre, den Strom besser zu speichern. Mit dem Klimaschutzmanager des Kreises MYK, Felix Gersdorf, wurden bereits Gespräche geführt, wie sich Projekte und Zuschüsse für Speichermedien realisieren lassen. Eventuell stehen Fördermittel in Aussicht. Um die Eigenstromquote zu verbessern, wird außerdem darüber nachgedacht, die Steuermess- und Regeltechnik zu optimieren.

Mit dem Klimaschutzmanager wurde darüber hinaus ein weiteres Thema erörtert: eine Freiflächenanlage, die ebenfalls auf dem Gelände in Kehrig errichtet werden könnte. Schomisch wies darauf hin, dass nach dem Rückbau der Kläranlage noch eine unbebaute Fläche von rund 6000 Quadratmetern zur Verfügung steht, die für die zusätzliche Fotovoltaikanlage infrage käme. Durch die exponierte Lage und die Ausrichtung nach Süden erscheint der Standort geeignet.

Die neue Anlage könnte ebenfalls der Eigenstromproduktion dienen, indem sie den erzeugten Strom an eigene Verbrauchsstellen innerhalb der Verbandsgemeinde transferiert. Abnehmer wären neben den Anlagen des Abwasserwerks Vordereifel die sonstigen öffentlichen Einrichtungen der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinden. Gegebenenfalls könnten auch andere Verbrauchsstellen wie beispielsweise die nahen Autobahnraststätten versorgt werden. Die Wirtschaftlichkeit dieser Ideen und weitere Möglichkeiten müssen jedoch noch geprüft werden, machte Schomisch klar. Eventuell könnte die neue Anlage durch die Anstalt des öffentlichen Rechts betrieben werden, dem die VG und 25 Ortsgemeinden angehören. Diese Anstalt des öffentlichen Rechts wurde im Jahr 2013 für „Energieprojekte Erneuerbarer Energien“ gegründet, bisher aber noch nicht mit Leben gefüllt. Auch dieser Punkt muss noch erörtert werden.

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Eine Fotovoltaikanlage befindet sich bereits auf dem Gelände des Abwasserpumpwerks in Kehrig. Wird bald eine zweite installiert? Das prüft die Verbandsgemeinde derzeit.Foto: (Archiv) Anne Fuhrmann