Ihr Neubaugebiet „Ober dem Pörschpesch“ will die Gemeinde Kehrig erweitern, denn es gibt weiter Nachfrage nach Bauplätzen. Für das Vorhaben wurden jetzt Mittel eingeplant.

 

Das Neubau- und das Gewerbegebiet in Kehrig sollen in diesem Jahr wachsen. Die beiden Erweiterungen sind die größten Investitionen, die die Gemeinde im aktuellen Jahr vorantreiben will. So sieht es jedenfalls der Haushaltsplan 2017 vor, der vom Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung verabschiedet wurde.

Unterhalb des jetzigen Gewerbegebiets sollen weitere 50 000 Quadratmeter Fläche entstehen. Drei Interessenten gibt es nach Auskunft von Ortsbürgermeister Herbert Keifenheim bereits dafür. Allerdings ist der Grunderwerb für die Erweiterung des Gewerbeparks noch nicht geregelt. Hierfür sind 325 000 Euro im Etat eingestellt. Man muss sich noch mit den Eigentümern einigen, sagt Keifenheim. Die Kaufverhandlungen sind aber bereits weit fortgeschritten, erklärt der Ortschef im RZ-Gespräch.

Außerdem ist ein Anlaufbetrag für Vermessungs- und Erschließungskosten sowie für die Straßenplanung vorgesehen. Dafür stehen 350 000 Euro im Haushalt. Der Bebauungsplan für die Erweiterung des Gewerbegebiets ist schon fertig, soll aber erst rechtskräftig werden, wenn der Ankauf der Flächen abgeschlossen ist.

Vergrößert werden soll auch das Baugebiet „Ober dem Pörschpesch“. Im bisherigen Abschnitt sind alle 19 Grundstücke bereits verkauft und größtenteils auch schon bebaut. Deshalb sollen nun 25 weitere Bauplätze geschaffen werden. Private Flächen sind nach Angaben von Keifenheim nicht mehr verfügbar, auch stünden keine leer stehenden Gebäude in Kehrig zum Verkauf. „Es ist wichtig, dass die Grundversorgung im Ort bleibt“, betont der Bürgermeister. Um den Kindergarten, die Grundschule und die übrige Infrastruktur der Gemeinde zu erhalten, sei ein Neubaugebiet sinnvoll. Und schließlich sei die Nachfrage nach wie vor da. Schon jetzt gibt es nach den Worten von Keifenheim vier bis sechs Optionen auf die neuen Grundstücke, die erst in zwei bis vier Jahren bebaut werden können. Für die Straßenentwurfsplanung und das Bodengutachten für die Erschließung der neuen Flächen sind 15 000 Euro im Haushalt 2017 berücksichtigt.

Weitere 190 000 Euro stehen im Etat bereit, um die Straßen im bisherigen Neubaugebiet fertigzustellen. Nachdem die meisten Häuser nun schon errichtet sind, ist es an der Zeit, die provisorische Baustraße zu ersetzen.

Neben dem Schaffen von Wohn- und Gewerbeflächen rückt 2017 die Grundschule in den Mittelpunkt. Als Anlaufbetrag für die Sanierung des Gebäudes aus dem Jahr 1907, das auch drei Wohnungen beherbergt, sind 150 000 Euro im Zahlenwerk veranschlagt. Die Summe war bereits für das vergangene Jahr reserviert worden, aber nicht zur Auszahlung gekommen. Vorgesehen ist es, die Toilettenanlage für die Kinder, die Elektronik und die Wasserleitungen im Haus zu erneuern. Auch sonstige energetische Maßnahmen sind nach Ansicht von Keifenheim vonnöten. Die Rede war von Gesamtkosten in Höhe von rund einer halben Million Euro.

Insgesamt sollen in diesem Jahr 1,061 Millionen Euro investiert werden. Darunter fallen unter anderem auch der Ankauf einer Landwirtschaftsfläche für Ausgleichs- oder Tauschzwecke (12 500 Euro), der Erwerb eines Rasenmähertraktors für den Bauhof (7000 Euro), Geländer und Basaltbelag für die Treppenanlage an der Leichenhalle (5500 Euro) und eine neue Weihnachtsbeleuchtung (5000 Euro). Werden alle eingeplanten Maßnahmen tatsächlich kassenwirksam, entsteht ein Fehlbetrag in Höhe von rund 1,95 Millionen Euro. Dann würde die Rücklage der Gemeinde, die derzeit 400 000 Euro beträgt, komplett aufgebraucht und es müssten neue Kredite aufgenommen werden. Keifenheim rechnet jedoch damit, dass nicht alle Ausgaben getätigt werden. Zudem hat die Gemeinde nur rund 200 000 Euro an Einnahmen bei der Gewerbesteuer eingeplant. Diese sind in der Vergangenheit allerdings meist höher ausgefallen.

Anne Fuhrmann